Nach der Übergabe der amtlichen Endergebnisse der israelischen Parlamentswahl hat Präsident Yitzhak Herzog am Mittwoch die Konsultationen zur Regierungsbildung aufgenommen. Bis Donnerstagabend werden Repräsentanten aller Parteien in seiner Residenz in Jerusalem zu Gesprächen erwartet. Herzog betonte, dass er beabsichtige, offene, freimütige und durchaus kritische Gespräche mit den Vertretern der Fraktionen zu führen.
Im Zuge dieses Prozesses plant der Präsident, auch schwierige Fragen an die Beteiligten zu stellen. Parallel dazu kristallisieren sich erste Machtansprüche innerhalb des politischen Spektrums heraus. Die Opposition hat angekündigt, Eisenkot als neuen Regierungschef zu empfehlen, um eine stabile Führung zu gewährleisten.
Gleichzeitig ist die politische Atmosphäre durch starke Spannungen geprägt, da arabische Parteien bei dieser Wahl so gut abgeschnitten haben wie noch nie zuvor. Regierungschef Netanjahu stellte daraufhin die Legitimität des Wahlergebnisses infrage. Es gibt zudem Anzeichen, dass Ermittlungen gegen prominente arabische Politiker eingeleitet werden sollen.
Diese Entwicklungen führten zu scharfer Kritik vonseiten der Opposition. Oppositionsführer Eisenkot warf Netanjahu in diesem Zusammenhang einen „Pogrom gegen Demokratie“ vor. Die kommenden Tage werden zeigen, ob Herzog durch seine Konsultationen eine tragfähige Mehrheitsfindung für die neue Regierung herbeiführen kann.


