Nach Angriff auf orthodoxen Juden: Jugendanwaltschaft erhebt schwere Terror-Anklage

03.04.2026


Knapp zwei Jahre nach einer Messerattacke auf einen orthodoxen Juden in Zürich hat die Jugendanwaltschaft Dielsdorf Anklage gegen den damals 15-jährigen Täter erhoben. Dem heute Jugendlichen wird mehrfacher versuchter Mord vorgeworfen, wie das Bezirksgericht Dielsdorf mitteilte. Der Schweizer mit tunesischen Wurzeln soll am 2. März 2024 einen als orthodox erkennbaren Juden auf offener Strasse mit einem Messer lebensgefährlich verletzt haben. Die Tat soll er nach Angaben der Behörden im Vorfeld angekündigt haben.

Nach Darstellung des Gerichts beschränkt sich der Fall nicht auf den Angriff auf der Strasse. Bereits vor der Tat soll der Jugendliche versucht haben, in eine Synagoge in Zürich einzudringen, um dort Menschen jüdischen Glaubens zu töten. Neben mehrfach versuchtem Mord lauten die Anklagepunkte unter anderem auf Unterstützung einer kriminellen Organisation sowie Aufruf zu Diskriminierung und Hass. In einem nach der Tat veröffentlichten Bekennervideo soll der Teenager der Miliz Islamischer Staat seine Treue geschworen haben; laut Ermittlern hatte er sich offenbar über Jahre vor allem online radikalisiert.

Der Beschuldigte befindet sich weiterhin in einer geschlossenen Institution. Das Jugendgericht Dielsdorf ist zuständig, weil sich dort der frühere Wohnort des Jugendlichen befindet. Die Verhandlungen am Jugendgericht sind grundsätzlich nicht öffentlich; ein Termin für die Hauptverhandlung steht noch nicht fest. Die Jugendanwaltschaft wollte sich auf Anfrage nicht näher zur Anklage äussern, etwa zur Frage, welche Sanktion sie beantragen will.

Der Fall hatte in Zürich und darüber hinaus für erhebliche politische und gesellschaftliche Reaktionen gesorgt. Der Angriff gilt als der schwerste der zuletzt vermehrt registrierten antisemitischen Vorfälle in der Stadt. Der Zürcher Sicherheitsdirektor Mario Fehr äusserte sich damals bestürzt und forderte die Ausbürgerung des Angreifers. In jüngster Zeit hatten weitere Fälle von Übergriffen auf Juden in Zürich die Behörden beschäftigt, darunter der Prozess gegen einen 27-Jährigen, der mit einem Messer vor einer Synagoge aufgefallen war und einen jüdischen Jugendlichen geschlagen haben soll, sowie ein Angriff eines 40-jährigen Kosovaren auf einen orthodoxen Juden Anfang Februar.

Pilatus punktet in Jakarta: PC-24 setzt sich als Trainings- und Transportjet durch

01.04.2026


Der Schweizer Flugzeugbauer Pilatus hat einen bedeutenden Militärauftrag aus Indonesien an Land gezogen. Das Verteidigungsministerium des südostasiatischen Inselstaats bestellt insgesamt zwölf PC-24-Jets für die Luftwaffe, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Vertragspartner auf indonesischer Seite ist der Rüstungsspezialist PT E-System Solutions Indonesia. Finanzielle Details zum Volumen des Geschäfts wurden nicht veröffentlicht.

Die PC-24-Flotte soll bei der indonesischen Luftwaffe vor allem der Ausbildung von Transportpiloten dienen und zugleich für Lufttransport- sowie Verbindungsmissionen eingesetzt werden. Im Lieferumfang enthalten sind bodengestützte Ausbildungsanlagen, Ersatzteile, Bodenausrüstung sowie technische Unterstützung, um einen effizienten Betrieb und Unterhalt der Jets sicherzustellen. Der Vertrag umfasst zudem Optionen für weitere Flugzeuge.

Technisch setzt Indonesien auf die speziellen Eigenschaften des als "Super Versatile Jet" vermarkteten PC-24. Das Flugzeug ist für den Einpilotenbetrieb zertifiziert, verfügt über eine Standardfrachttür und kann auf unbefestigten Pisten starten und landen. Diese Flexibilität gilt als zentraler Faktor für den Einsatz in dem aus mehr als 17'000 Inseln bestehenden Staat, in dem viele Regionen nur über kurze oder improvisierte Landebahnen erreichbar sind.

Parallel zur Bestellung der PC-24 unterzeichneten Pilatus und die indonesische Seite eine Absichtserklärung über die mögliche Lieferung von 24 PC-21-Trainingsflugzeugen. Auch dieses potenzielle Paket würde Ausbildungsinfrastruktur am Boden, Ersatzteile, Bodenausrüstung und technischen Support umfassen. Für Pilatus markiert der jetzt vereinbarte PC-24-Auftrag einen wichtigen Schritt beim Ausbau der Präsenz in Südostasien. Unternehmenschef Markus Bucher sprach in diesem Zusammenhang von einem Vertrauensbeweis und kündigte an, die reibungslose Einführung der neuen Flotte in Indonesien zur obersten Priorität zu machen.