Europa sieht sich derzeit einer Serie von sicherheitsrelevanten Vorfällen gegenüber, die von Bombendrohungen im Flugverkehr bis hin zu Hackerangriffen auf digitale Plattformen und Kühlanlagen von Supermärkten reichen. Spaniens Außenminister José Manuel Albares wertet diese Ereignisse als einen gezielten Versuch hybrider Aggression und psychologischer Kriegsführung. Er betonte gegenüber dem Sender RTVE, dass die Vorfälle "kein Zufall" seien und dass bestimmte globale Akteure versuchten, Europa durch solche Methoden zu schwächen.
Die Auswirkungen im Luftverkehr waren erheblich: Ein Wizzair-Flug von Prag nach Rom wurde nach Venedig umgeleitet, während in Lissabon zwei Drohungen gegen eine Ryanair-Maschine eingingen. In Prag richteten sich Drohungen gegen neun Flüge, zudem kam es zu Vorfällen in Frankreich sowie gegen Maschinen aus London und Brüssel nach Sofia. Letztere landeten sicher, wobei die Grenzpolizei in Sofia keine beunruhigenden Funde meldete.
Parallel dazu waren Medienhäuser in Irland betroffen, darunter der Rundfunksender RTÉ, die Zeitung Irish Independent und der Radiosender Newstalk. Die irische Regierung bezeichnete diese Vorfälle als Teil einer "koordinierten Kampagne", die unmittelbar auf die Störungen im Flugverkehr folgte. Die Evakuierung von Mitarbeitern in den Medienhäusern unterstreicht die Breite dieser Störungsaktionen über verschiedene Branchen hinweg.
Während die Hintergründe noch nicht abschließend geklärt sind, gingen in einigen Fällen Bekennerschreiben von den "Kämpfern des Männerstaats" ein, einer rechtsextremen Gruppierung aus Russland. Ein belegbarer Zusammenhang besteht jedoch bislang nicht. Außenminister Albares räumte ein, dass die Identifizierung der Verantwortlichen Zeit beanspruchen werde, zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass die Täter ermittelt werden.

