PHBS organisiert Carbon Economics-Salon in Shenzhen

29.07.2026

SHENZHEN, China, 29. Juli 2026 /PRNewswire/ -- Die Verknüpfung von Klima und Handel ist zu einer entscheidenden Herausforderung für den asiatisch-pazifischen Raum geworden – ein Thema, das am 16. Juni fast hundert Wissenschaftler, politische Entscheidungsträger und Vertreter der Industrie zur Carbon Economics Salon Series in Shenzhen zusammenbrachte, nur wenige Wochen vor dem APEC-Forstministertreffen (27. bis 28. Juli), bei dem der ökologische Wandel voraussichtlich im Mittelpunkt stehen wird.

Attendees at the salon

„Grüne Barrieren überwinden: Governance der Kohlenstoffwirtschaft und die Neugestaltung internationaler Handelsregeln" – unter diesem Motto wurde der Salon gemeinsam von der HSBC Business School der Universität Peking (PHBS) und dem Institut für Kohlenstoffneutralität der Universität Peking (ICN-PKU) veranstaltet. Im Mittelpunkt der Diskussionen standen drei miteinander verwobene Herausforderungen: einseitige klimabezogene Handelsmaßnahmen, die ungleiche Entwicklung der CO₂-Märkte und die zunehmende Bedeutung der KI für die CO₂-Governance – Themen, die zugleich zentrale Schwerpunkte der APEC-Agenda im November vorwegnahmen.

In ihren Eröffnungsreden betonten Piao Shilong, Vizepräsident der PKU und Dekan des ICN-PKU, sowie Hai Wen, stellvertretender Vorsitzender des PKU-Rates und Gründungsdekan der PHBS, die Dringlichkeit, ein inklusives globales System der CO₂-Governance aufzubauen. Wang Pengfei, Boya Distinguished Professor an der PKU und Dekan der PHBS, sprach sich für wirksamere Mechanismen zur CO₂-Bepreisung und marktwirtschaftliche Instrumente aus.

Im Rahmen der Keynote sprach Thomas J. Sargent, Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften des Jahres 2011 und Ehrendirektor des PHBS Sargent Institute of Quantitative Economics and Finance, der darauf hinwies, dass Unsicherheit zu früheren Investitionen in umweltfreundliche Forschung und Entwicklung, Emissionsminderung und Waldschutz anregen sollte. Jiang Kejun, Professor und Leiter des Forschungsschwerpunkts „Kohlenstoffneutralität und Klimawandel" an der HKUST (Guangzhou), bezeichnete den Zeitraum 2030–2035 als entscheidendes Zeitfenster für Chinas Energiewende, die durch das rasante Wachstum im Bereich der erneuerbaren Energien und der Elektrofahrzeuge vorangetrieben wird. Wu Dengsheng, Professor an der Universität Shenzhen, gab einen Überblick über die Forschung im Bereich der CO₂-Ökonomie und zeigte dabei auf, dass China bei der Zahl der wissenschaftlichen Veröffentlichungen weltweit den zweiten Platz belegt.

In zwei Rundtischgesprächen wurden die Ausbreitung einseitiger Klimamaßnahmen und deren Auswirkungen auf die Fairness im globalen Handel sowie die Zusammenarbeit auf dem CO₂-Markt mit dem Globalen Süden erörtert. Zhang Haibin, Boya Distinguished Professor an der PKU und Vizedekan des ICN-PKU, sprach das Schlusswort und bekräftigte die Bedeutung eines kontinuierlichen interdisziplinären Dialogs.

Auf dem Salon wurde hervorgehoben, dass die CO₂-Governance zunehmend durch Handelsregeln, Technologie und internationale Koordination geprägt wird. Dies schuf Raum für einen weiteren Austausch zwischen PHBS und ICN-PKU über die globale Klimapolitik und Chinas „Dual-Carbon"-Ziele – Themen, die voraussichtlich eine wichtige Rolle spielen werden, wenn die APEC-Volkswirtschaften ihre Zusammenarbeit im Klimabereich vertiefen.

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Bundesrat zieht rote Linie im Schulunterricht: Landessprachen werden zur Bundesaufgabe

15.06.2026

Der Bundesrat verschärft im Streit um das Frühfranzösisch den Ton und greift zu einem bundesrechtlichen Instrument. Alle Primarschülerinnen und Primarschüler in der Schweiz sollen künftig zwingend eine zweite Landessprache lernen. Um dieses Ziel durchzusetzen, hat die Landesregierung eine Revision des Sprachengesetzes in die Vernehmlassung geschickt. Sie reagiert damit auf Vorstösse in mehreren deutschsprachigen Kantonen, Französisch aus den Stundenplänen der Primarschule zu streichen.

Im Zentrum steht die Frage, welche Rolle die Landessprachen im obligatorischen Unterricht spielen sollen. Für den Bundesrat ist dies eine «Frage von nationaler Bedeutung». Die Bundesverfassung verpflichte Bund und Kantone gemeinsam, die Landessprachen zu erhalten, die Verständigung zwischen den Sprachgemeinschaften zu stärken und nationale Minderheiten zu schützen, hält die Regierung fest. Der Bund sehe sich damit in der Verantwortung, den Zusammenhalt zwischen den Sprachregionen und den Respekt vor der sprachlichen Vielfalt zu sichern, während die Kantone ihr Schulwesen so zu harmonisieren hätten, dass Qualität und Durchlässigkeit des Bildungsraums Schweiz gewahrt bleiben.

Der Konflikt entzündet sich an der 2004 beschlossenen Sprachenstrategie der Kantone, die 2009 im HarmoS-Konkordat verankert wurde. Diese sieht vor, dass Kinder in der Primarschule zwei Fremdsprachen erlernen – darunter eine zweite Landessprache. In einzelnen Kantonen gibt es inzwischen Bestrebungen, den Unterricht einer Landessprache als Fremdsprache auf der Primarstufe zu streichen. Das widerspreche der gemeinsamen Strategie, schreibt der Bundesrat und zeigt sich über diese Entwicklung «beunruhigt».

Um gegenzusteuern, legt die Regierung zwei Varianten für eine Gesetzesänderung vor. Die erste folgt dem HarmoS-Modell: In der Primarschule sollen obligatorisch zwei Fremdsprachen unterrichtet werden, eine Landessprache und Englisch. Damit würde die heutige Praxis in den 15 HarmoS-Kantonen bundesrechtlich abgesichert und für alle gelten, sollte es nötig werden. Die zweite Variante lässt den Kantonen mehr Spielraum: Sie verpflichtet lediglich dazu, dass eine zweite Landessprache spätestens ab der Primarschule und durchgehend bis zum Ende der obligatorischen Schulzeit unterrichtet wird, ohne Englisch explizit als zweite Fremdsprache vorzuschreiben.

Mit der Revision will der Bundesrat den Rahmen abstecken für den Fall, dass die Kantone ihre Sprachenstrategie ganz oder teilweise aufgeben. Konkrete Entscheide sind noch offen: Zunächst läuft bis zum 5. Oktober 2026 eine Vernehmlassung, in der Kantone, Parteien und weitere Akteure Stellung beziehen können. Erst danach wird sich zeigen, ob sich das strengere HarmoS-Modell oder die flexibelere Lösung durchsetzt – und wie viel Gewicht der Bund seiner sprachpolitischen Rolle im Schulbereich tatsächlich geben will.