Huawei stellt auf der „The smarter E 2026" seine neueste Strategie zur Netzbildung für künftige Stromversorgungssysteme vor

16.07.2026

MÜNCHEN, 17. Juli 2026 /PRNewswire/ -- In seiner Rede auf der Branchenveranstaltung in München erklärte Steven Zhou, Präsident der Produktlinie Smart PV & ESS bei Huawei Digital Power, das Unternehmen konzentriere sich strategisch auf netzbildende, integrierte Lösungen, um die Netzstabilität zu stärken und damit die Integration eines hohen Anteils erneuerbarer Energien in Europa zu unterstützen.

Steven Zhou, President of Smart PV & ESS Product Line, Huawei Digital Power

Der Anteil von Wind- und Solarenergie in Europa wird bis 2030 voraussichtlich 64 % erreichen. Gleichzeitig steht das Stromversorgungssystem vor Herausforderungen – etwa einer geringeren Netzresilienz sowie einer abnehmenden Netzstärke –, die auf die hohe Komplexität der Einsatzplanung und den rückläufigen Anteil herkömmlicher Synchrongeneratoren zurückzuführen sind.

Als Reaktion darauf investieren die europäischen Märkte verstärkt in das Stromnetz, bauen den Einsatz netzbildender BESS aus, entwickeln neue Netzkodizes mit Anforderungen an netzbildende Eigenschaften und beschleunigen den Wandel des Strommarkts von der reinen Energiearbitrage hin zu vielfältigen Systemdienstleistungen. In seiner Rede auf der „The smarter E 2026" erklärte Steven Zhou, Präsident der Produktlinie Smart PV & ESS bei Huawei Digital Power, diese Maßnahmen seien ein klares Signal dafür, dass „sich künftige PV- und BESS-Produkte zu einer Hauptenergiequelle weiterentwickeln müssen".

Da sich Technologien für erneuerbare Energien zu einer Hauptenergiequelle entwickelt haben, ist die Branche in eine Phase intensiver Innovation eingetreten und vollzieht den Übergang von Einzelinnovationen zu integrierten Innovationen. Dank ihrer netzbildenden Fähigkeiten beschleunigen hybride PV-BESS-Lösungen die Ablösung herkömmlicher Wärmekraftwerke. Wichtige netzbildende Funktionen – wie Schwarzstart, Trägheitsunterstützung sowie Kurzschlussstromstützung – wurden unter sämtlichen Betriebsbedingungen und über alle Zeitskalen des Stromversorgungssystems hinweg umfassend validiert, wobei das technische System zunehmend verfeinert wird.

In seiner Rede schilderte Zhou, wie sich Huaweis strategische Ausrichtung als Reaktion auf die Weiterentwicklung des Stromnetzes gewandelt hat. „Bereits 2020 stellten wir LUNA vor, das branchenweit erste intelligente String-Energiespeichersystem", sagte Zhou. „LUNA, benannt nach dem Mond, wurde entwickelt, um über die Nacht zu wachen und dafür zu sorgen, dass sauberer Strom nicht länger mit dem Sonnenuntergang endet. Und wie Sie wissen, trägt unser Solarwechselrichter den Namen SUN. In der Sonne verwurzelt, schenkt er dem Tag Energie." Zhou erklärte, die Rolle von Energiespeichern sei neu definiert worden, um die Stabilität des gesamten Stromnetzes zu gewährleisten, und gab bekannt, dass Huawei die Marke LUNA offiziell zu LUTERRA weiterentwickelt habe. „Der Name LUTERRA ist von ‚Terra' abgeleitet – der Erde. Unser Weg führt vom Erhellen der Nacht zum Schutz unseres Planeten."

Im Einklang mit der neuen Smart-PV-Strategie des Unternehmens nutzt Huawei seine Stärken bei der Integration der 4T-Basistechnologien (Bit, Watt, Wärme und Batterie), um kontinuierlich Innovationen voranzutreiben sowie den Aufbau eines modernen Stromversorgungssystems mit Lösungen für alle Nutzersegmente und Anwendungsszenarien zu beschleunigen. In seiner Rede auf der „The Smarter E 2026" stellte Zhou zudem ausgewählte C&I-Projekte in Europa vor, bei denen die One-Fits-All-Lösung des Unternehmens zum Einsatz kommt, in der PV, BESS, Ladestationen für Elektrofahrzeuge sowie KI-gestützte Einsatzplanung integriert sind. Beispielsweise erzielte der Gewerbepark AHS in Deutschland nach nur zweijährigem Betrieb einer One-Fits-All-Lösung von Huawei eine Umsatzsteigerung von 10 %, während laut Zhou in Spanien „die Stromkosten eines Carrefour-Supermarkts um fast 40 % gesunken sind und die Amortisationszeit nur fünf Jahre beträgt".

Huawei rüstet sich für die Weiterentwicklung des Strommarktes. Zhou erklärte: „Künftig werden die Geschäftsmodelle für BESS vielfältiger … Dank flexibler Hardware sowie kontinuierlich weiterentwickelbarer Software kann sich die One-Match-All-Plattform von Huawei an unterschiedliche Geschäftsmodelle anpassen und den Nutzen maximieren."

Da Demonstrationsprojekte auf der ganzen Welt – von Spanien bis zur Mongolei sowie von Deutschland bis zu den Philippinen – den Mehrwert der netzbildenden Technologie von Huawei belegen, werden die Kernkompetenzen des Unternehmens laut Zhou „unsere Smart-PV- und BESS-Lösungen für alle Anwendungsszenarien stärken, um unseren Kunden größtmöglichen Nutzen zu bieten und zugleich die Netzstabilität bei einem hohen Anteil erneuerbarer Energien zu verbessern".

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AmiGo-Projekt: Autonome Postautos sollen ab 2027 fahrerlos fahren

15.06.2026

Postauto treibt den Einsatz autonomer Fahrzeuge in der Ostschweiz voran und bereitet nach eigenen Angaben Europas grösstes Robo-Taxi-Netz vor. Das Bundesamt für Strassen (Astra) hat dem Unternehmen eine Ausnahmebewilligung erteilt, damit die speziell ausgerüsteten E-Autos im St. Galler Rheintal sowie in den Kantonen Appenzell Ausserrhoden und Appenzell Innerrhoden automatisch verkehren dürfen. Seit dem 1. Juni sind die Fahrzeuge in einem rund 80 Quadratkilometer grossen Gebiet unterwegs – vorerst noch zu Testzwecken und mit Sicherheitsfahrerinnen und -fahrern an Bord.

Herzstück des Projekts ist die Flotte von bis zu 25 sogenannten "AmiGo"-Fahrzeugen, die im Endausbau mit Automatisierungsgrad Level 4 fahren sollen. Postauto kooperiert dafür mit Apollo Go, der Robotaxi-Sparte des chinesischen Technologiekonzerns Baidu. Die Fahrzeuge werden im typischen Postauto-Gelb lackiert und elektrisch betrieben. Während der Testphase dürfen die Sicherheitsfahrer ihre Hände vom Lenkrad nehmen; sie können jedoch jederzeit eingreifen, wenn die Situation es erfordert – etwa an unübersichtlichen Verzweigungen oder bei forsch auftretendem Gegenverkehr.

Im Alltagstest auf einer festgelegten Route in Altstätten (SG) zeigt sich das System laut Projektbeteiligten bereits weitgehend stabil, auch wenn der Fahrkomfort in Kurven noch nicht an einen menschlichen Chauffeur heranreicht. Auffällig ist das sehr defensive Verhalten, etwa vor Fussgängerstreifen, wo das Fahrzeug früh abbremst, selbst wenn sich Personen noch in einiger Entfernung befinden. Gesteuert wird der Betrieb zusätzlich aus einer Leitstelle, in der Operatorinnen und Operatoren die Fahrten überwachen und bei Bedarf aus der Ferne eingreifen können.

Der reguläre Betrieb mit fahrerlosen Fahrzeugen ist ab 2027 vorgesehen. Postauto plant, dass Fahrgäste in der Region ihre autonome Fahrt dann probeweise per App buchen können. Astra-Direktor Jürg Röthlisberger sieht im automatisierten Fahren eine grosse Chance und spricht dem Projekt das Potenzial eines "Gamechangers" zu. Es ist nicht der erste Versuch mit selbstfahrenden Fahrzeugen in der Schweiz, aber nach Umfang und Einsatzgebiet der bislang weitreichendste. Die Technologie soll schrittweise verfeinert und insbesondere für ländliche Regionen erprobt werden, in denen flexible, bedarfsgesteuerte Angebote die bestehende Grunderschliessung ergänzen könnten.