AGP & DTx Summit: Digitale Therapeutika senken den HbA1c-Wert um 0,54 %, während die Diabetesversorgung einen Wandel von der Überwachung hin zur Verhaltensänderung vollzieht

05.06.2026

SHENZHEN, China, 5. Juni 2026 /PRNewswire/ -- Im Mai 2026 ging der 4. AGP & DTxSummit in Shenzhen unter dem Motto „Beyond Glucose" erfolgreich zu Ende. Der von SIBIONICS als Mitorganisator ausgerichtete Gipfel brachte internationale Experten, Fachkräfte aus dem Gesundheitswesen, Forscher, Lehrkräfte und Patientenvertreter zusammen, um zu erörtern, wie CGM-Daten über die reine Überwachung hinausgehen und einen echten klinischen Mehrwert schaffen können.

Die Botschaft des Gipfels war eindeutig: CGM sollte nicht nur als Überwachungsinstrument betrachtet werden. Der größere Nutzen liegt darin, Blutzuckerwerte in klinische Erkenntnisse, Behandlungsentscheidungen und sinnvolle Verhaltensänderungen umzusetzen.

Im Fortschrittsbericht des International Consortium for AGP & DTx Research and Development berichtete Prof. Andrej Janež, dass der Forschungsfonds in den vergangenen zwei Jahren 20 von Forschern initiierte Studien in 14 Ländern und Regionen gefördert habe. Diese Studien konzentrieren sich auf die CGM- und CKM-bezogene Forschung, darunter die Genauigkeit bei bestimmten Patientengruppen, Ernährungsgewohnheiten und die Blutzuckerreaktion, KI-gestützte Plattformen sowie Anwendungen zur klinischen Überwachung.

Die klinische Bedeutung digitaler Therapeutika wurde von Prof. Sofianos Andrikopoulos noch einmal hervorgehoben. Er wies darauf hin, dass DTx softwaregestützte Interventionen, Lebensstilberatung, Unterstützung bei der Medikamenteneinnahme und umfassende Versorgungsmodelle miteinander verbinden können. Die auf dem Gipfel vorgestellten Erkenntnisse zeigten, dass DTx mit einer durchschnittlichen Senkung des HbA1c-Werts um 0,54 Prozentpunkte einherging, was den Wert dieser Methode im Rahmen strukturierter Diabetesinterventionen unterstreicht.

Prof. Wei Qiang zeigte aus Sicht der klinischen Phänotypisierung, dass die Kombination von routinemäßigen Aufnahmedaten mit CGM- und AGP-Daten dazu beitragen kann, metabolische Phänotypen und das Ansprechen auf die Behandlung bei hospitalisierten Patienten mit Typ-2-Diabetes zu identifizieren, was eine gezieltere und individuellere Versorgung ermöglicht.

Prof. Shannon Lin wies darauf hin, dass CGM allein an seine Grenzen stoßen könnte, weshalb ein datengestütztes Management unerlässlich ist. Die Studie zeigte, dass sowohl Ärzte als auch Patienten großes Interesse an CGM in Verbindung mit KI zur Vorhersage und für personalisierte Empfehlungen haben. Prof. Xiao Luo berichtete, dass ihre Forschungsergebnisse zeigen, dass die Kombination aus CGM und CKM Veränderungen des Glukose- und Ketonspiegels während Fasten- und Essensphasen abbilden kann, wodurch metabolische Interventionen besser umsetzbar werden.

Der Patientenvertreter Tom Vesely, der seit fast 40 Jahren mit Typ-1-Diabetes lebt, erinnerte das Publikum daran, dass CGM die täglichen Blutzuckerschwankungen sichtbar macht – doch das Ziel ist nicht nur mehr „Zeit im Zielbereich", sondern auch mehr „Zeit des Glückchseins".

Zusammengenommen weisen diese Diskussionen auf das nächste Kapitel in der Diabetesversorgung hin: von der Überwachung hin zur Veränderung.

KONTAKT: ravian.luo@sibionics.com 

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AmiGo-Projekt: Autonome Postautos sollen ab 2027 fahrerlos fahren

15.06.2026

Postauto treibt den Einsatz autonomer Fahrzeuge in der Ostschweiz voran und bereitet nach eigenen Angaben Europas grösstes Robo-Taxi-Netz vor. Das Bundesamt für Strassen (Astra) hat dem Unternehmen eine Ausnahmebewilligung erteilt, damit die speziell ausgerüsteten E-Autos im St. Galler Rheintal sowie in den Kantonen Appenzell Ausserrhoden und Appenzell Innerrhoden automatisch verkehren dürfen. Seit dem 1. Juni sind die Fahrzeuge in einem rund 80 Quadratkilometer grossen Gebiet unterwegs – vorerst noch zu Testzwecken und mit Sicherheitsfahrerinnen und -fahrern an Bord.

Herzstück des Projekts ist die Flotte von bis zu 25 sogenannten "AmiGo"-Fahrzeugen, die im Endausbau mit Automatisierungsgrad Level 4 fahren sollen. Postauto kooperiert dafür mit Apollo Go, der Robotaxi-Sparte des chinesischen Technologiekonzerns Baidu. Die Fahrzeuge werden im typischen Postauto-Gelb lackiert und elektrisch betrieben. Während der Testphase dürfen die Sicherheitsfahrer ihre Hände vom Lenkrad nehmen; sie können jedoch jederzeit eingreifen, wenn die Situation es erfordert – etwa an unübersichtlichen Verzweigungen oder bei forsch auftretendem Gegenverkehr.

Im Alltagstest auf einer festgelegten Route in Altstätten (SG) zeigt sich das System laut Projektbeteiligten bereits weitgehend stabil, auch wenn der Fahrkomfort in Kurven noch nicht an einen menschlichen Chauffeur heranreicht. Auffällig ist das sehr defensive Verhalten, etwa vor Fussgängerstreifen, wo das Fahrzeug früh abbremst, selbst wenn sich Personen noch in einiger Entfernung befinden. Gesteuert wird der Betrieb zusätzlich aus einer Leitstelle, in der Operatorinnen und Operatoren die Fahrten überwachen und bei Bedarf aus der Ferne eingreifen können.

Der reguläre Betrieb mit fahrerlosen Fahrzeugen ist ab 2027 vorgesehen. Postauto plant, dass Fahrgäste in der Region ihre autonome Fahrt dann probeweise per App buchen können. Astra-Direktor Jürg Röthlisberger sieht im automatisierten Fahren eine grosse Chance und spricht dem Projekt das Potenzial eines "Gamechangers" zu. Es ist nicht der erste Versuch mit selbstfahrenden Fahrzeugen in der Schweiz, aber nach Umfang und Einsatzgebiet der bislang weitreichendste. Die Technologie soll schrittweise verfeinert und insbesondere für ländliche Regionen erprobt werden, in denen flexible, bedarfsgesteuerte Angebote die bestehende Grunderschliessung ergänzen könnten.