
Der St. Galler IT-Dienstleister Abraxas stellt seine Finanzspitze neu auf und setzt dabei konsequent auf eine interne Lösung. Per 1. April 2027 übernimmt Ruedi Häni die Funktion des Chief Financial Officer (CFO) sowie die Leitung Finance & Procurement und rückt in die Geschäftsleitung auf. Der 47-Jährige folgt auf Rolf Lichtin, der Ende März 2027 nach fast zehn Jahren als Finanzchef des Unternehmens in die Frühpension geht.
Mit der früh kommunizierten Nachfolgeregelung zielt Abraxas auf Planungssicherheit und einen reibungslosen Übergang. Der Verwaltungsrat spricht explizit von einem nahtlosen Wechsel an der Finanzspitze. CEO Reto Gutmann würdigt den langjährigen Weg mit dem bisherigen CFO und hebt zugleich die Bedeutung der internen Nachfolge hervor. Lichtin verantwortet seit Mai 2017 die finanzielle Führung von Abraxas und war in dieser Zeit Mitglied der Geschäftsleitung.
Häni ist mit dem Unternehmen seit vielen Jahren eng vertraut. Er stiess 2013 erstmals zu Abraxas, zunächst als Business Controller, später als Leiter Controlling. Von 2022 bis 2025 war er als Leiter Dienste und Mitglied der Geschäftsleitung bei Gemdat tätig, bevor er im September 2025 als Leiter Controlling zu Abraxas zurückkehrte. Der gelernte Betriebsökonom FH mit einem Master of Science in Business Administration verfügt über einen beruflichen Hintergrund in der Informatik, unter anderem als Softwareentwickler, Produktmanager und Berater.
In seiner neuen Rolle will Häni die Funktion des CFO über das klassische Finanz- und Beschaffungsmandat hinaus verstehen. Er betont, er wolle seine Erfahrung und sein Wissen einbringen, um die weitere Entwicklung von Abraxas aktiv mitzugestalten. CEO Gutmann bezeichnet Häni als „bestens qualifizierten Nachfolger aus den eigenen Reihen“, der das Unternehmen und sein Umfeld sehr gut kenne und damit für Kontinuität stehe.
Sandro Brotz kehrt dem Schweizer Radio und Fernsehen den Rücken und wechselt Anfang 2027 zur Boulevardzeitung «Blick». Der 56-jährige Journalist, derzeit Moderator und stellvertretender Leiter der Polit-Talksendung «Arena», wird SRF Ende Januar 2027 verlassen. Bis voraussichtlich Mitte Januar führt er weiterhin durch die «Arena». Beim zum Ringier-Konzern gehörenden «Blick» soll Brotz einen neuen Video-Podcast aufbauen und moderieren, der mehrmals pro Woche Themen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft aufgreift.
Der Schritt markiert das Ende einer knapp 15-jährigen SRF-Ära für Brotz. Seit seinem Wechsel nach Leutschenbach im Juni 2012 prägte er zunächst als Moderator der investigativen Sendung «Rundschau» das Programm, später zusätzlich als Gastgeber des «Rundschau Talk». 2019 übernahm er schliesslich die «Arena» von Jonas Projer. Als Grund für den Wechsel nennt Brotz die Möglichkeit, bei «Blick» ein neues Format mitzuentwickeln und damit über die Rolle des klassischen Moderators hinauszugehen. Ganz neu ist das Ringier-Umfeld für ihn nicht: Vor seiner SRF-Zeit war er bereits unter anderem stellvertretender Chefredaktor des «SonntagsBlick».
Der Abgang von Brotz wirft bei SRF unmittelbar die Nachfolgefrage auf. Als Topfavorit galt zuletzt sein Kollege Mario Grossniklaus, der seit 2024 einmal im Monat die «Arena» moderiert und damit Brotz entlastet. Der 49-Jährige hat dieser Spekulation nun jedoch eine klare Absage erteilt. Auf Linkedin schrieb Grossniklaus, er werde sich nicht auf die Nachfolge seines «geschätzten Kollegen» bewerben. Stattdessen wolle er sich auf seine Aufgaben in der Wahlleitung von SRG und SRF konzentrieren – eine Funktion, die er als «grösste und spannendste Aufgabe» seiner bisherigen Karriere bezeichnet.
Mit der Absage von Grossniklaus bleibt offen, wer Brotz ab etwa Mitte Januar beerben wird. SRF verweist darauf, man wolle sich vorerst auf eine geordnete Übergabe der «Arena» konzentrieren. Der Wechsel von Brotz reiht sich ein in eine Serie prominenter Abgänge von SRF in Richtung Dufourstrasse: Bereits zuvor hatten unter anderem Reto Scherrer, Steffi Buchli, Christine Maier, Hannes Britschgi und der frühere «Arena»-Moderator Jonas Projer den Schritt zum Ringier-Konzern gewagt. Die Motive reichen von besseren Angeboten bis hin zum Wunsch, den eigenen Namen in neuen Rollen und Formaten zu positionieren – mit sehr unterschiedlichem Ausgang.