Novartis kauft US-Biotech Excellergy und baut Immunologie-Geschäft aus

27.03.2026


Novartis treibt seine Wachstumsstrategie über Zukäufe weiter voran und plant die Übernahme des US-Biotechunternehmens Excellergy für bis zu 2 Milliarden US‑Dollar. Der Schweizer Pharmakonzern will sich damit stärker im Bereich Immunologie positionieren, insbesondere bei Nahrungsmittelallergien und anderen Erkrankungen, die mit allergischen Sofortreaktionen verbunden sind. Der Abschluss der Transaktion wird für die zweite Hälfte 2026 erwartet und steht unter dem Vorbehalt der üblichen behördlichen Genehmigungen.

Im Zentrum des Deals steht der Medikamentenkandidat Exl‑111, ein sogenannter Anti‑IgE‑Antikörper, der sich noch in einer frühen klinischen Testphase befindet. Das Mittel zielt darauf ab, das Immunglobulin E (IgE) zu blockieren, einen entscheidenden Auslöser allergischer Reaktionen. Nach Unternehmensangaben bietet der Ansatz einen differenzierten Wirkmechanismus, der – sofern er in Studien bestätigt wird – eine schnellere Symptomlinderung, eine stärkere Krankheitskontrolle und eine bequemere Dosierung ermöglichen könnte.

Novartis sieht Anwendungsfelder für Exl‑111 unter anderem bei Nahrungsmittelallergien, Nesselsucht und allergischem Asthma. Auch der Einsatz bei Kindern wird geprüft. Der Konzern erwartet, dass der Kandidat das bestehende Allergie-Portfolio ergänzen und die Position im umkämpften Markt für immunologische Therapien stärken kann. Excellergy ist auf Behandlungen von Lebensmittelallergien und verwandten Krankheitsbildern spezialisiert und passt damit in die strategische Ausrichtung der Basler.

Der Excellergy-Kauf reiht sich in eine Serie größerer Transaktionen bei Novartis ein. Erst in der Vorwoche hatte der Konzern den Erwerb eines Brustkrebs-Medikamentenkandidaten von Synnovation Therapeutics für bis zu 3 Milliarden US‑Dollar bekanntgegeben. Mit solchen Vereinbarungen will Novartis seine Entwicklungspipeline ausbauen und sich gegen absehbare Patentabläufe im bestehenden Portfolio wappnen.

UN-Wetterorganisation warnt: Erdklima gerät 2025 so stark aus dem Gleichgewicht wie nie

26.03.2026


Das Weltklima driftet nach Einschätzung der Vereinten Nationen so stark aus dem Gleichgewicht wie nie zuvor. Die Weltwetterorganisation (WMO), eine Sonderorganisation der UNO, dokumentiert in ihrem jüngsten Bericht zum Zustand des globalen Klimas ein rasant wachsendes Ungleichgewicht zwischen Energieaufnahme und -abgabe der Erde. Demnach jagt bei den zentralen Klimaindikatoren ein Negativrekord den nächsten: Die Temperaturen steigen weiter, die Ozeane heizen sich auf, Eis- und Gletscherflächen gehen zurück, und die Konzentration von Treibhausgasen in der Atmosphäre nimmt weiter zu.

Erstmals führt die WMO das Energieungleichgewicht der Erde als einen ihrer zentralen Klimaindikatoren. In einem stabilen Klimasystem hält sich die von der Sonne eingestrahlte Energie mit der von der Erde wieder abgegebenen Energie weitgehend die Waage. Dieses Gleichgewicht sei jedoch zunehmend gestört, heißt es in dem Bericht. Steigende Konzentrationen von Kohlendioxid, Methan und Lachgas in der Atmosphäre führten zu einer anhaltenden Erwärmung der Luft- und Meeresmassen sowie zur beschleunigten Eisschmelze. Seit Beginn der systematischen Beobachtungen in den 1960er-Jahren habe sich das Ungleichgewicht verstärkt, besonders deutlich in den vergangenen zwei Jahrzehnten, und 2025 einen neuen Höchststand erreicht.

Die WMO bestätigt zugleich, dass sich der Erwärmungstrend in den vergangenen Jahren weiter verfestigt hat. Das zurückliegende Jahr war demnach das zweit- oder drittwärmste seit Beginn der Aufzeichnungen; die globale Durchschnittstemperatur lag rund 1,43 Grad Celsius über dem Niveau der vorindustriellen Zeit (Referenzperiode 1850 bis 1900) und damit knapp unter der im Pariser Abkommen verankerten 1,5-Grad-Schwelle. Die Jahre 2015 bis 2025 werden in dem Bericht als die elf wärmsten seit Beginn systematischer Messungen geführt. Nach Darstellung der WMO vollziehen sich die einschneidenden Veränderungen zwar innerhalb weniger Jahrzehnte, ihre Folgen dürften jedoch über Hunderte, möglicherweise Tausende von Jahren spürbar bleiben.

UN-Generalsekretär António Guterres bezeichnete den Zustand des Weltklimas anlässlich der Veröffentlichung des Berichts als Notstand und warnte, der Planet werde „an seine Grenzen gebracht“. Die stellvertretende WMO-Chefin Ko Barrett erklärte, es lasse sich nicht bestreiten, dass sich die zentralen Indikatoren in eine Richtung bewegten, die wenig Anlass zu Hoffnung gebe. WMO-Generalsekretärin Celeste Saulo betonte, menschliche Aktivitäten störten das natürliche Gleichgewicht des Klimasystems zunehmend; die Welt werde mit den Konsequenzen über sehr lange Zeiträume leben müssen. Konkrete neue politische Maßnahmen oder zusätzliche Zusagen zur Emissionsminderung gingen aus den vorliegenden Passagen des Berichts nicht hervor.