Im Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie hat die IG Metall das erste Angebot der Arbeitgeberseite zurückgewiesen und Warnstreiks ab Sonntag in Aussicht gestellt. Die Gewerkschaft fordert für Millionen Beschäftigte der Branche fünf Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit von zwölf Monaten und dringt zugleich auf eine stärkere Absicherung von Arbeitsplätzen.
Die Arbeitgeber hatten ein deutlich niedrigeres Lohnplus vorgeschlagen. Dieses Angebot sei „zu spät, zu niedrig" und werde von der Gewerkschaft „entschieden" zurückgewiesen, heißt es aus Verhandlungskreisen. Aus Sicht der IG Metall bildet der Vorschlag der Arbeitgeber weder die steigenden Lebenshaltungskosten noch die wirtschaftliche Leistung der Belegschaften angemessen ab.
Nach dem Scheitern der ersten Verhandlungsrunde bereitet die IG Metall nun flächendeckende Warnstreiks vor. Ab Sonntag sollen Beschäftigte in Betrieben der Metall- und Elektroindustrie ihre Arbeit zeitlich befristet niederlegen, um den Druck auf die Arbeitgeber zu erhöhen. Die Gewerkschaft macht deutlich, dass sie ohne ein substanziell verbessertes Angebot keine Einigung erwartet.
Im Zentrum der Tarifrunde stehen neben der geforderten Lohnerhöhung von fünf Prozent auch Regelungen zur Jobsicherung. Die IG Metall verweist dabei auf die Herausforderungen der Branche und will über den Lohnabschluss hinaus verbindliche Perspektiven für die Belegschaften erreichen. Die Arbeitgeber warnen hingegen vor zusätzlichen Kostenbelastungen, die aus ihrer Sicht die wirtschaftliche Stabilität der Unternehmen gefährden könnten.


