
Bern – Ralf Müller, Chef der bundeseigenen Ruag MRO Holding, hat sein Amt aus gesundheitlichen Gründen zur Verfügung gestellt. Wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte, ist der Grund ein Skiunfall, der eine längere Rekonvaleszenz nach sich zieht. Bis zur vollständigen Genesung werden noch mehrere Monate erwartet.
Um dem Unternehmen eine rasche und klare Führungsperspektive zu geben, habe sich Müller zu diesem Schritt entschieden, teilte der Rüstungsbetrieb mit. Der Verwaltungsrat bedauere die Entscheidung, würdige aber Müllers Einsatz für die Ruag. Müller hatte die CEO-Position im März 2024 übernommen und seither zur Stabilisierung des Unternehmens beigetragen.
Bis zur Ernennung eines neuen Chefs oder einer neuen Chefin übernimmt Oliver Müller, Geschäftsleitungsmitglied und Leiter Corporate Services, die Konzernführung interimistisch. Damit steht bei der Ruag erneut ein kurzfristiger Leitungswechsel an – bereits der dritte innerhalb kurzer Zeit.
Als operativer Chef hatte Ralf Müller im März 2024 Thomas Kipfer und Christian Priller abgelöst, die das Unternehmen ab August 2023 interimistisch geleitet hatten. Deren Vorgängerin Brigitte Beck hatte die Ruag nach einer Kontroverse um einen öffentlichen Auftritt nach nur knapp einem halben Jahr bereits wieder verlassen. Die häufigen Wechsel an der Unternehmensspitze werfen Fragen zur Führungsstabilität des bundeseigenen Rüstungsbetriebs auf.

Die Schweizer Aktien eröffnen den Handel am Donnerstag deutlich schwächer. Belastet wird der Markt vor allem von erneut stark steigenden Ölpreisen und der Sorge vor einer weiteren Eskalation im Nahen Osten. Berichte über Angriffe auf Tanker und die Schliessung von Ölterminals haben die Rohölpreise über die psychologisch wichtige Marke von 100 US-Dollar je Barrel getrieben. Dieses Niveau schürt weltweit Inflationsängste und nährt Befürchtungen, dass die Zinsen länger hoch bleiben oder weiter steigen könnten.
Anlegern bietet die koordinierte Freigabe von Öl aus strategischen Reserven bislang kaum Orientierung. Die Ankündigung der Internationalen Energieagentur (IEA) und der US-Regierung habe sich als «homöopathisches Beruhigungsmittel» entpuppt, das lediglich Symptome lindere, heisst es in einem Marktkommentar. Händler verweisen darauf, dass eine nachhaltige Entspannung erst mit der Sicherung und Wiederbelebung der Schifffahrt rund um die Strasse von Hormus zu erwarten wäre. Bis dahin dürfte die ausgeprägte Volatilität im Energiesektor das Börsengeschehen weiter dominieren.
Zusätzlichen Druck bringt die US-Handelspolitik. Die Regierung von Präsident Donald Trump hat neue Untersuchungen gegen eine breite Gruppe von Handelspartnern angekündigt, darunter China, Mexiko, die Europäische Union und mehr als ein Dutzend weiterer Volkswirtschaften – auch die Schweiz steht auf der Liste. Ziel dieser Initiativen ist es, die sogenannten reziproken Zölle zu ersetzen, die zuletzt vom Obersten Gerichtshof der USA für rechtswidrig erklärt worden waren. Die Rückkehr des Zollthemas auf die politische Agenda verstärkt die Verunsicherung an den Märkten.
Vor diesem Hintergrund zeigt sich die Stimmung an den internationalen Börsen eingetrübt, die Kurstafeln sind überwiegend rot. In Zürich kommt hinzu, dass der SMI von einzelnen Schwergewichten zusätzlich gebremst wird: So werden etwa die Roche-Bons ex-Dividende gehandelt und ziehen den Leitindex überproportional nach unten. Marktteilnehmer rechnen damit, dass der Kombination aus geopolitischer Unsicherheit, Energieschock und handelspolitischen Risiken auch in den kommenden Sitzungen eine zentrale Rolle zukommt – eine schnelle Rückkehr zu einem stabileren Umfeld ist aus heutiger Sicht nicht absehbar.